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gn-online.de, 02.12.2010

Der Traum vom ersten Platz

Stefanie Rohlfing und die HSG greifen in der Oberliga wieder oben an

Die Nordhorner Handballerinnen gehören regelmäßig zu den Oberliga-Spitzenteams. Die 28 Jahre alte Stefanie Rohlfing aus dem rechten Rückraum hat daran maßgeblichen Anteil.

Von Hinnerk Schröer - Nordhorn. Beim Blick auf die Tabelle der Handball-Oberliga der Frauen zeigt sich aktuell ein gewohntes Bild. Nach der HSG Nordhorn muss man wie in den vergangenen Jahren nicht lange suchen. Mit einer Bilanz von 16:2 Punkten ist die Mannschaft von Trainer Bernd Wegter erster Verfolger vom TuS Komet Arsten, liegt nach Minuspunkten sogar noch vor dem Tabellenführer (17:3). Maßgeblichen Anteil daran, dass die Nordhornerinnen seit Jahren zu den Spitzenteams zählen, hat Stefanie Rohlfing. Die Rückraumspielerin gehört zusammen mit Spielmacherin Simone Wegter zu den Spiel bestimmenden Akteuren im HSG-Ensemble. Und das seit Jahren. „Wir spielen schon seit unserer Kindheit zusammen“, berichtet die 28-Jährige, die bereits im Alter von sechs Jahren ihrer Mutter nacheiferte und mit dem Handballsport begann. Neben Wegter und Rohlfing stieß wenig später mit Christina Neßlinger eine weitere Spielerin dazu, die auch jetzt noch zum Stamm des Oberligisten gehört. Als Trainer zeichnete damals bereits Bernd Wegter verantwortlich.
Es entwickelte sich eine Mannschaft, die perfekt aufeinander abgestimmt ist. Den größten Erfolg im Nachwuchsbereich feierte das Team in der C-Jugend mit dem Gewinn des Niedersachsenmeistertitels. Bei den Senioren blieb der Stamm der Mannschaft zusammen und wurde immer wieder durch Spielerinnen wie Kathrin Schwenkner, Carolin Stein oder Sandra Bosink verstärkt, die inzwischen auch schon seit Jahren in der Oberliga auflaufen.
Die Verjüngung des Teams war für Rohlfing zuletzt etwas Besonderes, denn da rückten mit Anika Schaffrina, Sabrina Kuite oder Jana Balder talentierte Spielerinnen in die erste Mannschaft auf, die Rohlfing zusammen mit Simone Wegter selbst schon trainiert hat. „Für uns sind das natürlich immer noch die Küken. Aber der Altersunterschied ist überhaupt kein Problem. Wir verstehen uns in der Mannschaft super“, nennt Rohlfing einen wichtigen Grund für die Erfolge auf dem Feld.
Die Nordhornerin fühlt sich im Umfeld des Teams so wohl, dass ein Vereinswechsel für sie in den vergangenen Jahren nie in Betracht kam. Die einzige Überlegung in diese Richtung gab es vor dem Sprung in den Seniorenbereich. „Da wollten wir mit mehreren Spielerinnen zum FC Schüttorf 09 wechseln und haben dort auch ein Probetraining gemacht“, berichtet die Rückraumspielerin. Sie blieb aber bei der HSG und hielt dem Verein auch die Treue, als sie von 2005 bis 2008 bei einer Krankenkasse in Düsseldorf arbeitete: „Da habe ich einmal in der Woche bei einem Landesligisten in Meerbusch mittrainiert, bin für die Spiele am Wochenende aber immer nach Nordhorn gefahren“, erzählt Rohlfing, die sich seit dieser Saison auch im HSG-Vorstand als Frauenwartin für die Belange der Abteilung einsetzt.
Als Oberliga-Vizemeister spielten die Nordhornerinnen auch schon um den Aufstieg in die Regionalliga. Beim Relegationsspiel in Lüneburg erkannte die HSG die Überlegenheit des Gegners aber neidlos an. Rohlfing, die zusätzlich regelmäßig ins Fitnessstudio geht, hält die vierthöchste Liga für ihr Team aber sowieso für die optimale Spielklasse, da der Aufwand für Training und Auswärtsfahrten bis nach Magdeburg sonst noch größer wäre. Den Meistertitel würde sie nach den zahlreichen Platzierungen in der Oberliga-Spitzengruppe aber schon gerne feiern: „Platz eins war immer ein Traum für mich“, betont sie.
Nach einem Drittel der Saison befinden sich die Nordhornerinnen, die am Sonnabend (15 Uhr) im Heimspiel gegen Altenwalde zwei weitere Punkte einfahren wollen, in dieser Hinsicht auf einem guten Weg. Aber auch wenn es am Ende der Spielzeit nicht mit dem Meistertitel klappen sollte, aus der Oberliga-Spitzengruppe werden Rohlfing und ihre Teamkameradinnen aller Wahrscheinlichkeit nach auch am Ende der Saison 2010/11 wieder grüßen.