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gn-online, 15.03.2011

HSG will Nachwuchsarbeit forcieren

Neues Jugendkonzept soll männliche und weibliche Talente hervor bringen

HSG-Vorstandsmitglied Friedrich de Groot hat das Papier federführend entworfen. Die Kosten wollen sich Hauptverein, Marketing und Förderverein teilen.

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fh Nordhorn. Wie wichtig es ist, aus einem eigenen Reservoir an Talenten schöpfen zu können, hat die HSG Nordhorn erfahren, als sie sich nach dem wirtschaftlichen Zusammenbruch 2009 die teuren Nationalspieler aus aller Herren Länder nicht mehr leisten konnte. Vom aktuellen Kader des Handball-Zweitligisten entsprangen acht von 15 Spielern dem eigenen Nachwuchs. Und gerade jetzt nach der Verletzung von Nils Meyer, der wegen eines Mittelhandbruchs mehrere Wochen ausfallen wird, müssen eigene Talente die Lücke schließen. Alex Terwolbeck und Matthias Poll, beide 19 Jahre alt und gerade erst der A-Jugend entwachsen, müssen in den kommenden Wochen beim Tabellenvierten der Nord-Staffel einen entscheidenden Teil dazu beisteuern, den Ausfall des mit 127 Toren besten Feldtorschützen zu kompensieren.

Nun hat die HSG in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von Spielern heraus gebracht, die es in die 1. oder 2. Bundesliga oder in die höchsten Ligen des benachbarten Auslands geschafft haben: Holger Glandorf, einer der deutschen Weltmeister von 2007, ist das Paradebeispiel. Aber die Liste ließe sich um etliche Namen verlängern: ob Nils Meyer und Stephan Wilmsen, die nach Stationen bei anderen Klubs mittlerweile als tragende Säulen zur HSG zurückgekehrt sind, Daniel Hammes, Helge Rigterink, Daniel Stahl, Jörn Wolterink, Bastian Riedel oder Bastian Dörenkämper. In Zeiten spärlicher fließender Sponsorengelder hat sich, so Marketingleiter Rüdiger Ebert, bei der HSG die Erkenntnis durchgesetzt, „dass wir die Jugend weiter nutzen müssen, wenn wir hochklassigen Handball in der Region anbieten wollen“.

Ein entsprechendes Konzept, um die Jugendarbeit beim männlichen und weiblichen Nachwuchs zu optimieren und im Idealfall mittelfristig sogar das Jugendzertifikat des Deutschen Handball-Bundes zu erhalten, wurde nun federführend vom HSG-Vorstandsmitglied Friedrich de Groot entwickelt. Dazu bedarf es großer Anstrengungen, allen voran auch finanzieller Art. Mit konkreten Zahlen hantiert de Groot nach außen nur ungern, doch er stellt klar: „Das kostet natürlich Geld.“ Und das soll außer vom Verein und der HSG Nordhorn-Lingen GmbH von einem Förderverein aufgebracht werden, die sich ihre Mittel über Mitglieder und Sponsoren besorgen wollen. Und sollte die HSG einst das DHB-Jugendzertifikat erhalten, das große Anforderungen stellt, würde sich das auch bezahlt machen. Denn: Bundesligavereine, die das Zertifikat nicht erhalten, müssen einen gewissen Teil der Bruttolohnsumme als Strafe an den DHB abführen.

De Groot hat für sein Konzept den Ist-Zustand der Nachwuchsarbeit bei der HSG genau unter die Lupe genommen und die Mängel aufgelistet: Rückläufige Zahlen gerade in den unteren Jahrgängen, nicht altersgerechtes Training und zu wenig qualifizierte Trainer und Betreuer sind nur ein paar Beispiele seiner kritischen Analyse. Das soll besser werden werden. Und das Ziel ist nicht nur, mit kontinuierlichen und aufeinander aufbauenden Trainingsinhalten mehr männliche und weibliche Talente herauszubringen, die hohen sportlichen Anforderungen genügen: „Wir wollen Kinder und Jugendliche für den Sport begeistern und meschliche und gesellschaftliche Werte vermitteln“, sagt de Groot. Das setzt Angebote auch abseits der Sporthalle voraus, zum Beispiel Freizeiten oder ein Jugendcafe.

De Groot hat das Konzept in den vergangenen Wochen verschiedenen Gruppen präsentiert: „Die Resonanz war positiv.“ Auch Rüdiger Ebert von der HSG Nordhorn-Lingen GmbH, der Trägergesellschaft der Bundesligamannschaft, findet: „Das Konzept hat Hand und Fuß. Die Marketing steht voll dahinter und wird ihren finanziellen Beitrag leisten.“